Horst Twele ist auf Mars Mission. Der gebürtige Stadtoldendorfer hat ein eher seltenes Hobby: Die Astronomie. Im Garten seines Wohnhauses hat der Ruheständler seine Technik in Stellung gebracht und hier seine eigene Sternwarte aufgebaut. Von dort aus ist er bei guten Wetter- und Sichtverhältnissen bis tief in die Nacht auf der Suche nach fremden Planeten, Sternen und fernen Galaxien. Dieser Tage fotografiert Horst Twele den Mars, weil der rote Planet der Erde so nah kommt, wie erst in 363 Jahren wieder.

Besonders nah im Oktober: Der Mars

Der Mars ist der Planet, der die Menschheit schon seit vielen Jahren in seinen Bann gezogen hat. Werden wir irgendwann auf dem Mars Urlaub machen oder gar dort leben können? Seine Umlaufbahn um die Sonne sorgt dafür, dass der vierte Planet im Sonnensystem und äußere Nachbar der Erde uns im Oktober so nah wie schon lange nicht mehr kommen wird. Der Hobby-Astronom Horst Twele hat den Mars mit seinem Spiegelteleskop bereits eingefangen und erklärt, wann er der Erde am Nächsten sein wird und wie ihn jeder mit dem bloßen Auge am Himmel erkennen kann.

Der Durchmesser des Mars ist mit knapp 6.800 Kilometern etwa halb so groß wie der der Erde, sein Volumen beträgt gut ein Siebtel des Erdvolumens. Damit ist der Mars nach dem Merkur der zweitkleinste Planet des Sonnensystems, hat jedoch eine vielfältige Geologie und die höchsten Vulkane unseres Sonnensystems. Der rote Planet erscheint heute als trockener Wüstenplanet, auch wenn inzwischen bekannt ist, dass die Marsatmosphäre in der Vergangenheit (vor Milliarden Jahren) wesentlich dichter und auf der Oberfläche reichlich flüssiges Wasser vorhanden war. Durch Radarmessungen in der Südpolarregion wurden Ablagerungsschichten mit eingelagertem Wassereis entdeckt. Sie bedecken eine Fläche, die fast der Größe Europas entspricht, und reichen in eine Tiefe von bis zu 3,7 Kilometern. Das in ihnen gespeicherte Wasservolumen wird auf bis zu 1,6 Millionen Kubikkilometer geschätzt, was laut der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) ausreichen würde, die Marsoberfläche mit einer etwa 11 Meter dicken Wasserschicht zu bedecken.

Am 07. Oktober 2020 hat der Mars seine größte Erdnähe und ist auch später noch sichtbar

Auf dem Foto von Horst Twele ist deutlich dieser weiße Südpol des Mars zu erkennen. Aufgenommen hat er das Foto Mitte September mit einer Videoaufnahme und anschließender Bildbearbeitung am Computer. Am 07. Oktober 2020 schließlich kommt der Mars der Erde noch näher und ist in Deutschland so hoch am Himmel zu sehen, wie erst in 363 Jahren am 13. Oktober 2383 wieder, hat Twele ermittelt. Etwa 62 Millionen Kilometer entfernt wird der rote Planet sein, für den Hobby-Astronom die Gelegenheit, ihn ins Visier zu nehmen und auf gutes Wetter zu hoffen. Kurz nach Sonnenuntergang zeigt sich der Mars dann erstmals über dem östlichen Horizont, am besten ist er aber zu sehen, wenn er in der Nacht in seiner höchsten Position im Süden steht. Dann wird ihn jeder auch als deutlich rot schimmernden Punkt am Himmel wahrnehmen können, ist sich Twele sicher.

Mehr über dieses Thema lesen Interessierte ab diesem Wochenende im Magazin Blickpunkt, Ausgabe Nr. 32, der in der Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf ausliegt und auch an viele Haushalte verteilt wird.